Entgeltumwandlung beantragen: Anspruch und Ablauf 2026
Kurz gesagt
Beschäftigte haben einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung: Ein Teil des Bruttoentgelts wird in eine betriebliche Altersvorsorge umgewandelt. Der Arbeitgeber muss dabei einen Zuschuss leisten, soweit er Sozialversicherungsbeiträge einspart.
| Zuständig | Arbeitgeber |
|---|---|
| Frist | Keine Frist; Umsetzung nach Vereinbarung |
| Adressat | Arbeitgeber |
| Anspruch | gesetzlich auf Entgeltumwandlung |
| Zuschuss | verpflichtend bei Beitragsersparnis |
| Rechtsgrundlage | BetrAVG |
Diese Unterlagen brauchst du
- Antrag beim ArbeitgeberPflicht
Schriftlich, mit Angabe des gewünschten Umwandlungsbetrags.
- Vereinbarung über die EntgeltumwandlungPflicht
Wird zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten geschlossen.
- Informationen zum DurchführungswegPflicht
Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse oder Direktzusage.
- Tarifvertragliche Regelungenje nach Fall
Können den Anspruch modifizieren.
3 von 4 Unterlagen sind in nahezu jedem Fall erforderlich.
So gehst du vor
- 1
Bestehende Regelungen prüfen
Viele Betriebe haben bereits einen Durchführungsweg und teils Zuschüsse über das gesetzliche Minimum hinaus. Frage zuerst, was angeboten wird.
- 2
Anspruch geltend machen
Besteht kein Angebot, kann die Entgeltumwandlung verlangt werden. Der Arbeitgeber bestimmt dann grundsätzlich den Durchführungsweg.
- 3
Arbeitgeberzuschuss einfordern
Soweit der Arbeitgeber durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart, muss er einen Zuschuss weiterreichen. Prüfe, ob er tatsächlich gewährt wird.
- 4
Folgen für die gesetzliche Rente bedenken
Die Umwandlung senkt das sozialversicherungspflichtige Entgelt und damit die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Bemessung von Lohnersatzleistungen.
- 5
Beiträge in der Auszahlungsphase einkalkulieren
Betriebsrenten unterliegen in der Auszahlungsphase Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung, allerdings mit einem Freibetrag. Das gehört in die Gesamtrechnung.
Der Zuschuss ist Pflicht, wird aber oft nicht geprüft
Weil bei einer Entgeltumwandlung das sozialversicherungspflichtige Entgelt sinkt, spart der Arbeitgeber Beiträge. Diese Ersparnis muss er als Zuschuss weiterreichen, soweit sie tatsächlich anfällt. In der Praxis ist Beschäftigten häufig unklar, ob und in welcher Höhe der Zuschuss gewährt wird — er sollte in der Vereinbarung ausdrücklich ausgewiesen sein. Ein Blick in die Unterlagen lohnt sich, insbesondere bei älteren Verträgen.
Die Rechnung geht über beide Phasen
In der Ansparphase spart die Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben. In der Auszahlungsphase sind die Leistungen zu versteuern und unterliegen Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung, wenn auch mit einem Freibetrag. Zusätzlich mindert die Umwandlung die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und die Bemessungsgrundlage für Arbeitslosen-, Kranken- und Elterngeld. Ob sich die Umwandlung lohnt, hängt deshalb von Konditionen, Zuschuss und individueller Lage ab — eine unabhängige Prüfung ist sinnvoll.
Häufige Gründe für Ablehnung oder Verzögerung
- Angebot des Arbeitgebers ungeprüft angenommen, ohne Konditionen zu vergleichen
- Arbeitgeberzuschuss nicht eingefordert
- Auswirkung auf gesetzliche Rente und Lohnersatzleistungen nicht bedacht
- Beiträge in der Auszahlungsphase nicht eingerechnet
Wenn der Antrag abgelehnt wird
Der Anspruch auf Entgeltumwandlung ist gesetzlich und kann nicht generell verweigert werden; der Arbeitgeber kann aber den Durchführungsweg bestimmen. Wird der Anspruch oder der Zuschuss verweigert, sind Betriebsrat, Gewerkschaft und notfalls das Arbeitsgericht die richtigen Anlaufstellen. Verbraucherzentralen bewerten die Konditionen angebotener Verträge unabhängig.
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Häufige Fragen
Habe ich einen Anspruch?
Ja, auf Entgeltumwandlung besteht ein gesetzlicher Anspruch. Der Arbeitgeber bestimmt aber grundsätzlich den Durchführungsweg.
Muss der Arbeitgeber etwas dazugeben?
Ja, soweit er durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart.
Mindert das meine gesetzliche Rente?
Ja, weil das sozialversicherungspflichtige Entgelt sinkt. Auch Lohnersatzleistungen fallen entsprechend niedriger aus.
Rechtsgrundlagen
- BetrAVG — Betriebsrentengesetz — Anspruch auf Entgeltumwandlung und Arbeitgeberzuschuss
- SGB V und SGB XI — Beiträge auf Versorgungsbezüge und Freibetrag
- EStG — Steuerliche Behandlung in Anspar- und Auszahlungsphase
Weitere Anträge zum Thema
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Leutrim Miftaraj
Buchautor "Identity Over Discipline", Founder Innopulse Consulting GmbH (CH). Schreibt seit 2023 über persönliche Finanzen, ETF-Investments und SaaS-Strategien für DACH.
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